Modellprojekt „Bürgerarbeit“ startet im Landkreis
Die Sozialagentur des Landkreises Ostvorpommern beteiligte sich im Mai dieses Jahres neben ca. 200 weiteren Grundsicherungsstellen in Deutschland an dem Interessenbekundungsverfahren des Ministeriums für Arbeit und Soziales für das Modellprojekt „Bürgerarbeit“. In der vergangenen Woche ging eine entsprechende Zusage zur Umsetzung der eingereichten Konzeption bei der Sozialagentur ein.
Gegenstand des Projektes Bürgerarbeit ist, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse (ohne Arbeitslosenversicherung) für zusätzliche und im öffentlichen Interesse liegenden Arbeiten mit einem zeitlichen Umfang von 30 Wochenstunden und einem Arbeitnehmerbrutto von 900 Euro monatlich zu fördern. Alternativ ist auch eine Beschäftigung über 20 Wochenstunden und einem Arbeitnehmerbrutto von mindestens 600 Euro möglich. Es richtet sich an Personen die Arbeitslosengeld II erhalten und aufgrund langjähriger Arbeitslosigkeit und bislang nicht in den Arbeitsprozess eingebunden werden konnten.
An der nun beginnenden Aktivierungsphase werden etwa 1000 erwerbsfähige Hilfebedürftige teilnehmen. Die Auswahl der Teilnehmer erfolgt durch die Fallmanager der Sozialagentur Ostvorpommern. Grundlage dieser Auswahl ist das Vorhandensein aussagekräftiger Teilnehmerprofile bzw. die Durchführung von Profilingmaßnahmen zur Feststellung individueller Kompetenzen. Der Prozess der Aktivierung selbst, wird begleitet durch passgenaue und bewerberorientierte Förder- und Qualifizierungsmaßnahmen sowie umfassende Bewerbungsaktivitäten. Unterstützt werden die Teilnehmer durch die Arbeitsvermittler der Sozialagentur und die Berater vorhandener Bewerberzentren vor Ort. Während des gesamten Prozesses werden eigene Vermittlungsaktivitäten in hohem Maße eingefordert. Zur Verbesserung der Nachhaltigkeit und Dokumentation werden Vereinbarungen abgeschlossen, in denen Eckpunkte und Ziele gemeinsam festgelegt und überprüft werden können. Somit ist auch über den Aktivierungszeitraum hinaus, die Basis einer passgenauen und individuellen Vermittlungsarbeit gelegt. Nach Abschluss dieses sechsmonatigen Zeitraums sollen 100 Teilnehmer direkt in den ersten Arbeitsmarkt einmünden. Für weitere 250 Personen sind in der für Januar 2011 beginnenden Beschäftigungsphase 250 Bürgerarbeitsplätze vorgesehen.
Das Modellprojekt „Bürgerarbeit“ im Landkreis Ostvorpommern richtet sich insbesondere an die 25 bis 50- jährigen Leistungsempfänger des SGB II. Zu den definierten Schwerpunktgruppen gehören Personen mit Berufsabschluss und ohne Berufserfahrung, Personen ohne Berufsabschluss, alleinerziehende Personen und Hilfeempfänger, die aufgrund anderer schwerwiegender Einschränkungen kaum eine Chance auf eine Integration in den Arbeitsmarkt haben.
Es besteht Konsens zwischen den Ämtern, Städten, Gemeinden und dem Landkreis Ostvorpommern, dass die im Landkreis vorhandenen Beschäftigungsträger und- vereine als Arbeitgeber für Bürgerarbeit fungieren können. Als mögliche Einsatzgebiete kommen die Bereiche Bildung und Erziehung, Kunst und Kultur, Umwelt, Landschafts- und Denkmalschutz sowie die Jugend- und Altenhilfe in Betracht. Im Vorfeld hat es bereits gemeinsame Beratungen zur Umsetzung des Projektes mit potenziellen Arbeitgebern gegeben.
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